Mit dem heutigen Tag beginnt meine liebste Jahreszeit. – Im Herbst durch die münsterländischen Wälder zu streifen, an einem Spätnachmittag, wenn die Dämmerung schon langsam beginnt und die letzten Sonnenstrahlen durch das Blätterwerk dringen, ist sehr romantisch. Noch geht es in der Natur recht sommerlich zu; aber das wird sich in den nächsten Wochen ändern. Wenn erst der Nebel sich auf Wiesen und Felder senkt und der Waldboden mit Blättern übersät ist, dann ist die Zeit, in der es in der warmen Stube umso behaglicher ist. Kommt noch Regen hinzu und frühe Dunkelheit, dann läßt sich der Kontrast zwischen dem Draußen und Drinnen noch intensiver spüren und es ist ein Vergnügen, nach einem Herbstspaziergang draußen wieder ins behagliche Drinnen einzutauchen, in die Wärme und zu den Büchern. – Herbst ist Lesezeit. Wohl dem, der unter einer Decke im Schein einer Lampe und bei einem heißen Tee – gerne auch einem Cognac – sich in fremde Gefilde und Abenteuer begeben kann, während draußen der Sturm ums Haus pfeift oder im Kamin heult. – Ich gehe dann in später Nacht gern noch mal für einen Moment vor die Tür, durchaus in strömendem Regen, unter wolkenverhangenem Himmel. Dafür bin ich mit Regenstiefel, Regenjacke und Regenhose in diesem Jahr so gut gewappnet wie nie. – Der Herbst kann kommen. Im Herbst des Lebens bin ich schon. :-)

Ein Kommentar

  1. Hallo, ich muss das einfach kurz loswerden. Ich denke besser kann man den Herbst nicht beschreiben. Er wird ja die Dunkle Jahreszeit genannt, aber du hast ihn jetzt richtig zum leuchten gebracht, Ich meine bei mir rennst du da eh offene Türen ein weil ich den Herbst auch mag. Man fühlt sich hier direkt in diesen Herbstnachmittag reinversetzt…


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